Samstag, 31. Dezember 2011

Neu-Beginn?

Von was? Eigentlich nur eine freie Woche, dringend benötigte Auszeit. So viele Dinge die geplant waren und nur so wenige die tatsächlich stattgefunden haben. Geschäftliche Vorhaben auf Eis gelegt und auch die privaten auf ein Minimum reduziert. Keine Kraft mehr übrig für großartige gesellschaftliche Konventionen. Zu kurz die Zeit für Bücher und vieles andere, obwohl ich mir alle Feierlichkeiten ge- und erspart habe und selbst an Sylvester mit einem dicken Kopf und einem noch dickeren Hals ganz in Ruhe dieses Jahr überdenken konnte.
Eigentlich ein ganz unauffälliges Jahr, viel Arbeit, wenig ausufernde Emotionen positiver und auch negativer Art – vielleicht nicht das Schlechteste.
Die Begegnung mit meiner Mutter nach ca. 18 Jahren scheint mir erwähnenswert brachte aber dennoch keine neuen Erkenntnisse. Alles wie gehabt, au8er dass mich ihre Worte kaum noch treffen können.
Mein Sohn entwickelt sich offenbar zu einem Mann, der seit Monaten auf Wolke 7 – oder gibt es vielleicht doch noch 8 und 9 ;-) – schwebt und sich nach und nach von seinem Zuhause entfernt. Ich gönne es ihm, aber so ein bisschen Wehmut ist auch bei dem Gedanken, dass er vielleicht im kommenden Jahr hier die Segel streicht.
Vielleicht ist das für mich tatsächlich auch noch mal ein neuer Abschnitt?
Viel habe ich im letzten Jahr darüber nachgedacht, wie ich mein Leben gestalten möchte. Ich liebe meinen Beruf, aber ich versuche nun bereits seit Längerem eine Entlastung zu finden. Immer wieder schwanke ich zwischen der Alternative die Praxis zu verkaufen und mir irgendetwas Kleineres, Überschaubareres zu schaffen, von dem ich leben kann, bescheiden aber selbstbestimmt. Der Angestelltenstatus lockt zwar mit einem sicheren Gehalt und geregelten Arbeitszeiten, aber ich glaube dafür eigne ich mich kaum.
Langfristig muss ich mir jedenfalls auch eine Alternative für das Älterwerden suchen, denn gerade in diesem Jahr, wo ich mal nicht zu sehr über andere sondern auch mal über mich nachdenken konnte, habe ich deutlich bemerkt, dass ich mit meinem Kräften haushalten muss. Ich lerne etwas mehr auf mich acht zu geben. Schließlich waren die letzten 8 Jahre- bei denen ich mich immer wieder gefragt habe wie ich sie nur bewältigt habe – kein Pappenstiel.
Wie auch immer, mein Gefühl sagt mir, dass sich für mich im nächsten Jahr einige Dinge ändern werden. Wenn der Januar – ich habe diesen Monat schon immer gehasst!!– mit dem blöden Klinikaufenthalt vorbei ist – schaue ich nach vorn.
Keinerlei Erwartungen und eben auch keine Enttäuschungen, nichts Weltbewegendes und auch kein großer Kummer.....ich weiß noch nicht ob mir das gefällt, oder ob dieser Zustand noch immer einen Selbstschutz darstellt um etwaigen Verletzungen aus dem Weg zu gehen.
Erfahrungen der letzten Jahre haben mich vorsichtiger, dünnhäutiger und weniger spontan werden lassen. Auch da weiß ich nicht, ob das nun zu meinem Besten ist. Aber die Frage nach der Wahl hierzu stellt sich nicht.
Na denn! Bis nächstes Jahr ;-)))!

http://www.youtube.com/watch?v=rWu0N0qPeME
romeomikezulu - 2. Jan, 12:16

Das kommt ganz unvermeidbar mit den Jahren, die Dünnhäutigkeit, die schrumpfenden Reserven, das Bevorzugen von "Planung" gegenüber "Spontaneität"...

Und weil das eben unvermeidbar ist, genau deshalb kann nichts so bleiben, wie es war, wie man es jahrelang getan hat.
Es ist absolut richtig, die Kräfte und Reserven neu einzutaxieren und dann - den Job/die Aufgaben zu ändern.

Das Leben neu aufzustellen, damit es so bleiben kann, wie es war
(ein Paradoxon, eigentlich).
Und wenn wir schon dabei sind, stell Dir das Angestelltendasein nicht so als Kerkerleben vor ;-). In der Selbständigkeit habe ich mich 50x eingeengter und bevormundeter gefühlt als heute im Angestelltenwesen. Vor Allem die "Sachzwänge" lassen Dir in der Selbständigkeit ja gar keine andere Wahl, als sofort zu springen,
wenn was ist...

Aber, es gibt auch andere freelancer-Tätigkeiten, natürlich.
Ich finde, jeder Job, der Einen ernährt, kollegial geprägt ist und dabei hinreichend Zeit lässt für Sozialkontakte und eigene Interessen, reicht völlig aus.

Mein Eindruck aus einigen Jahren Selbständigkeit war der, dass gerade die Jobs, die es Einem ermöglichen, 4-5x im Jahr dick in den Urlaub zu fahren auch genau DIE Jobs sind, die Einen dahin bringen, dass man 4-5x Urlaub im Jahr BRAUCHT, um das Alles irgendwie durchzustehen...

Dir wünsche ich viel Kraft und Gesundheit.
Und mehr Zet fürs Bloggen im Jahr 2012.
Los jetzt! ;-)

Klar-a - 7. Jan, 21:12

Ach, lieber Romeo, das Angestelltendasein ist für mich keine Option, weil mich alte Schachtel niemand mehr einstellt ;-). Wie oft habe ich schon darüber nachgedacht und es auch mal 'versucht'. Und dann auch noch ne alte Schachtel, die selbständig war......einige Jahre. Dieser worst case ist kaum zu toppen......
Also suche ich unter anderem auch jemanden, der meine Praxis kauft---und mich einstellt.Immerhin eine Option, wenn auch eine ziemlich große Hypothek.
Meine Selbständigkeit beinhaltet auch keine großen Urlaube oder andere Vergünstigungen, denn schließlich werden in unserem Landen weder gesundheitliche noch soziale Berufe annähernd angemessen honoriert...also das Fußvolk und nicht die Chefärzte etc.
Eben genau das hätte ich gerne mal wieder: hinreichend Zeit für Sozialkontakte, eigene Interessen und vielleicht auch noch mal für meinen Sohn, der in den letzten Jahren deutlich zu kurz gekommen ist :-/.

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